Brauchen wir eigentlich Regeln?

Vor fast zwei Jahren, in einer tollen Villa in Western Australia hatte ich die Idee für Lotte-Living, für Co-Living – Zusammenleben von unterschiedlichen Menschen. Eine WG? Ja und Nein. Natürlich ist Co-Living eine Art von WG – aber auch wieder nicht: Wir sind nicht mehr 20 und Studenten, die gemeinsam leben, weil das Studentenbudget nicht mehr erlaubt. Co-Living ist für Menschen über 30, in verschiedenen Lebenssituationen, die aus unterschiedlichen Gründen lieber zusammenleben. Als ich über meine Pläne nachdachte, wurde mir klar, ein Regelbuch, ein Codex, ein Manual müsse her, damit ein Zusammenleben von staken Persönlichkeiten funktionieren kann. Ich nahm mein iPad zur Hand und begann Regeln aufzuschreiben. Bald stoppte ich, denn ich überlegte: Kein reifer Mensch will Regeln lernen und sich sagen lassen, was er zu tun hat. Er steht im Leben und versteht das Leben... genau deswegen will er Co-Living. Nur: Wie soll das sonst funktionieren? Ich habe die vielen Regeln einfach gelöscht und in einer einzigen Regel zusammengefasst: Respect & Good Manners. Lotte-Living soll nur Leute ansprechen, für die dies selbstverständlich ist. Und daher gibt es nur diesen wichtigen Grundsatz, der alles regelt und das Zusammenleben perfekt ermöglicht. Genau deswegen funktioniert es so gut!

Philipp Simader